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2026 studio onomato

021

Modularer Möbelentwurf

Kategorie

Lehre

Typologie

Innenarchitektur

Kontext

Öffentlich

Ort

Mainz

Jahr

2026

Projekt

Students outside of the box

Modul

Raumgestaltung

Zeitraum

Wintersemester 2025/26

Semester

7. Fachsemester

Zusammenarbeit

Anh Pham

Fotografie

Janosch Boerckel & Danijel Sijakovic

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Vom Entwurf zum 1:1-Prototyp für Lucy

Im Modul Raumgestaltung entwickelten Studierende des 7. Semesters Architektur B.A. an der Hochschule Mainz innenräumliche Konzepte für Lucy, den studentischen Co-Working-Space der Hochschule. Im Mittelpunkt standen zentrale Bereiche des Gebäudes: Küche, Kern, Übergangszonen und Orte des informellen Austauschs.


Die Arbeit „Students outside of the box“ von Carla Flohr, Sebastian Kleinhans, Jana Arning und Laurin Hoffmann übersetzt diese Fragestellung in ein modulares Raumsystem. Ausgehend vom baulichen Kern entsteht ein Möbel- und Raumkonzept, das unterschiedliche Nutzungen ermöglicht: Arbeiten, Sitzen, Kommunizieren, Zurückziehen und Zusammenkommen.


Besonders ist dabei nicht nur die gestalterische Ausarbeitung, sondern die konsequente Weiterentwicklung in den Maßstab 1:1. Die Gruppe überführte den Entwurf in einen gebauten Prototyp und prüfte damit Material, Konstruktion, Proportion und Nutzung nicht nur zeichnerisch, sondern unmittelbar im Raum.

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Kontext

Lucy ist ein studentischer Co-Working-Space der Hochschule Mainz und versteht sich als offener Ort für Arbeit, Austausch und gemeinschaftliche Nutzung. Im Modul Raumgestaltung wurde dieser Ort zum Ausgangspunkt einer innenräumlichen Entwurfsaufgabe.

Die Studierenden untersuchten, wie sich zentrale Bereiche des Gebäudes räumlich stärken lassen: Wo entstehen Übergänge? Wie kann Aufenthalt ermöglicht werden? Welche Rolle spielen Küche, Kern und gemeinschaftliche Zonen für die Atmosphäre eines studentischen Hauses?

Dabei ging es nicht um eine rein dekorative Gestaltung des Innenraums, sondern um die Frage, wie Raum durch Nutzung, Material, Möblierung und räumliche Setzung aktiviert werden kann. Die Aufgabe verlangte eine Auseinandersetzung mit Maßstab, Alltag, Aneignung und baulicher Umsetzbarkeit.

CO-WORKING - AUFENTHALT - ÜBERGANG - ANEIGNUNG - GEMEINSCHAFT

Das Projekt

„Students outside of the box“ entwickelt ein flexibles System für den baulichen Kern von Lucy. Die Arbeit reagiert auf die besondere Rolle dieses Bereichs: Er ist nicht nur funktionaler Mittelpunkt, sondern auch räumlicher Anker, Verteiler, Treffpunkt und Übergangszone.

Aus dieser Beobachtung entsteht ein modulares Möbelsystem, das sich an unterschiedliche Situationen anpassen kann. Es schafft Orte zum Sitzen, Arbeiten, Warten, Sprechen und Zurückziehen, ohne diese Nutzungen festzuschreiben. Die einzelnen Elemente bleiben offen genug, um im Alltag unterschiedlich angeeignet zu werden.

Die Stärke der Arbeit liegt in dieser Balance: Das System ist präzise entworfen, aber nicht überbestimmt. Es bietet Struktur, ohne den Raum zu fixieren. Es schafft Identität, ohne den offenen Charakter von Lucy aufzugeben.

MÖBELSYSTEM - ANKER - VERTEILER - TREFFPUNKT - ÜBERGANGSZONE - ANEIGNUNG

Im Maßstab 1:20 wurde das Konzept räumlich überprüft und weiterentwickelt. Modell, Materialität und Proportion wurden dabei nicht als nachträgliche Darstellung verstanden, sondern als Teil des Entwurfsprozesses.

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Vom Modell zum Prototyp

Der entscheidende Schritt der Arbeit liegt in der Übersetzung des Entwurfs in den Maßstab 1:1. Die Gruppe entwickelte einen Prototyp, der zentrale Fragen des Projekts unmittelbar überprüfbar macht: Wie wirkt das Element im Raum? Wie verhält sich der Körper dazu? Welche Proportionen sind angemessen? Wie fügen sich Material, Konstruktion und Nutzung zusammen?

Die Umsetzung erforderte eine intensive Auseinandersetzung mit handwerklichen und konstruktiven Fragen. Metallarbeiten, Holzbau, Polsterung, Bezug, Detaillierung und Abstimmungen mit Gewerken wurden Teil des Entwurfsprozesses. Dadurch wurde der Prototyp nicht nur zum Ergebnis, sondern zu einem Werkzeug des Denkens. Entwerfen bedeutet hier nicht, eine Idee lediglich darzustellen. Entwerfen bedeutet, sie zu testen, zu übersetzen, zu korrigieren und im Material zu präzisieren.


DER PROTOTYP WIRD NICHT NUR ZUM ERGEBNIS, SONDERN ZUM WERKZEUG DES DENKENS.

Gerade in dieser Verbindung von Konzept, Modell und gebautem Versuch zeigt die Arbeit eine besondere Qualität. Sie macht sichtbar, wie studentische Lehre über die klassische Semesterabgabe hinausgehen kann: als Prozess, in dem räumliches Denken, gestalterische Haltung und praktische Umsetzung zusammenfinden.

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Kuratorische Einordnung

Die Arbeit „Students outside of the box“ interessiert weniger als abgeschlossenes Objekt, sondern als präziser Entwurfsprozess. Sie zeigt, wie aus einer räumlichen Beobachtung ein System entstehen kann, das Nutzung ermöglicht, Atmosphäre schafft und zugleich konstruktiv überprüft wird.

Raumgestaltung wird hier nicht als Ausstattung verstanden. Sie wird zu einer Methode, um Beziehungen zu entwerfen: zwischen Körper und Möbel, zwischen Kern und Umgebung, zwischen individueller Nutzung und gemeinschaftlichem Raum.

Für die Lehre ist das Projekt deshalb exemplarisch. Es verbindet Analyse, Konzept, Modellbau und Prototyping zu einem zusammenhängenden Prozess. Die Studierenden arbeiten nicht nur an einer Darstellung, sondern an der Frage, wie ein Entwurf im Maßstab, im Material und im Gebrauch bestehen kann.


→| Die Kuratierung dieser Arbeit versteht sich als Versuch, studentische Entwurfsprozesse über den Moment der Abgabe hinaus sichtbar zu machen. Nicht als reine Dokumentation, sondern als Beitrag zu einer architektonischen Praxis, in der Lernen, Machen und Reflektieren eng miteinander verbunden sind.