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Projektbeschreibung

Lucy ist als studentischer Co-Working-Space auf dem Campus der Hochschule Mainz konzipiert. Der eingeschossige Holzbau entwickelt seine räumliche Qualität aus einer offenen, flexibel nutzbaren Grundstruktur, die sowohl kleinere Arbeitsgruppen als auch größere Lern- und Veranstaltungsformate aufnehmen kann. Ein regelmäßiges Stützraster bildet dafür die konstruktive Grundlage und ermöglicht unterschiedliche räumliche Konfigurationen.

 → Im Zentrum steht weniger ein festgelegtes Raumprogramm als die Möglichkeit zur Aneignung. Lernen, Austausch, Ausstellung, Diskussion und gemeinschaftliche Nutzung können sich überlagern und im Alltag immer wieder neu organisieren. Der Gebäudekern und die technische Infrastruktur sind dabei so integriert, dass die Offenheit des Grundrisses möglichst wenig eingeschränkt wird.

CO-WORKING - OFFENHEIT - ANEIGNUNG - GEMEINSCHAFT - FLEXIBILITÄT

 → Lucy versteht Raum nicht als festgeschriebene Nutzung, sondern als veränderbare Struktur für Lernen, Austausch und gemeinschaftliches Arbeiten.

Fotografie

Danijel Sijakovic

018

Lucy - studentisches Co - Working

Kategorie

Architektur

Typologie

Arbeiten

Kontext

Öffentlich

Ort

Mainz

Jahr

2024

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Material begreifen

Ein wesentlicher Bestandteil von Lucy ist die direkte Verbindung von Architekturlehre und praktischer Erfahrung. Studierende werden nicht nur in Entwurf und Planung eingebunden, sondern auch in konkrete Bauprozesse. In Workshops entstehen unter Anleitung von Fachleuten Bauteile und Oberflächen aus Lehm: Stampflehmwände werden gemeinsam verdichtet, Lehmputze händisch aufgetragen und Sichtmauerwerk aus Lehmsteinen ausgeführt.

 → Gerade das Sichtmauerwerk knüpft an konstruktive Grundlagen an, die bereits früh im Studium vermittelt werden. Was zunächst über Fügung, Verband, Maß und Materiallogik theoretisch erarbeitet wird, kommt hier unter realen Bedingungen zur Anwendung. Die praktische Arbeit wird damit nicht zum ergänzenden Schritt nach dem Entwurf, sondern zu einem Teil des Lernprozesses selbst.

HANDWERK - MATERIAL - 1:1 - STAMPFLEHM - LEHMPUTZ - SICHTMAUERWERK

ARCHITEKTUR WIRD NICHT NUR ENTWORFEN, SONDERN DURCH DAS EIGENE MACHEN VERSTANDEN.

Konstruktion lesbar machen

Lucy verfolgt das Prinzip, konstruktive Zusammenhänge möglichst unmittelbar sichtbar zu lassen. Die Fügungspunkte der Holzskelettkonstruktion bleiben ablesbar und werden nicht hinter Bekleidungen oder Verkleidungen verborgen. Auch traditionelle Zimmermannsverbindungen werden dort, wo es konstruktiv möglich ist, bewusst gezeigt und als Teil des architektonischen Ausdrucks verstanden.

Diese Haltung setzt sich in der technischen Infrastruktur fort. Leitungen und Installationen werden offen unter der Decke geführt, sodass auch die technische Ebene des Gebäudes nachvollziehbar bleibt. Konstruktion und Haustechnik werden damit nicht als unsichtbare Hintergrundsysteme behandelt, sondern als lesbare Bestandteile des Raumes.

FÜGUNG - SCHRAUBEN - STÖSSE - MATERIALWECHSEL - ABLESBARKEIT

 → Konstruktion und Technik bleiben sichtbar, damit das Gebäude auch über seine Herstellung und Funktionsweise gelesen werden kann.

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