023
Selbst ist der Mensch. - Masterthesis A. Catarina Nebeling
Kategorie
Lehre
Typologie
Wohnen
Kontext
Hochschule
Ort
Mainz
Jahr
2026
025
-
Masterthesis - Potential Terrassenhaus
024
-
Szenografie mit atelier joel joebgen
023
-
Selbst ist der Mensch. - Masterthesis A. Catarina Nebeling
022
-
Temporäre Intervention Kirchenruine mit atelier joel jerome joebgen
021
-
Modularer Möbelentwurf
020
-
Studiokonzeption mit atelier joel jerome joebgen
019
-
Stereotypen
018
-
Lucy - studentisches Co - Working
017
-
Aufstockung altes Kühlhaus
016
-
Watching Fox
015
-
Das Grüne Haus
014
-
"Ruben's Arepas" in Berlin
013
-
Forschungsprojekt "Home & Office"
012
-
Erweiterung eines Einfamilienhauses
011
-
Bonifazius Türme Mainz
010
-
Urbanes Wohnen in Bad Kreuznach
009
-
Machbarkeitsstudie KiTa Gedern
008
-
Sanierung eines Kulturdenkmals - Altes Kino
007
-
Dachaufstockung in Mainz-Kastel
006
-
Lounge Chair
005
-
Erweiterung & Aufstockung eines Einfamilienhauses
004
-
Kleinsiedlungsvilla am Fliederweg
003
-
Art Cathedrale
002
-
Wagenremise im Schloss Bad Homburg
001
-
Umbau Bestandshaus zur Praxis
025
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Wagenremise im Schloss Bad Homburg
001
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Umbau Bestandshaus zur Praxis
Selbst ist der Mensch. - Masterthesis A. Catarina Nebeling
Lehre
Wohnen
Hochschule
Mainz
2026

Ausgehend vom aktuellen Wohnraummangel untersucht die Thesis von A. Catarina Nebeling den Selbstbau als mögliche Strategie für bezahlbaren, nachhaltigen und selbstbestimmten Wohnraum. Die Arbeit zeigt, dass Selbstbau nicht nur als handwerkliche Eigenleistung verstanden werden kann, sondern als gesellschaftlich relevantes Modell der Teilhabe. Bewohner werden dabei nicht erst nach Fertigstellung zu Nutzern ihrer Wohnungen, sondern sind bereits am Entstehungsprozess aktiv beteiligt. Sie gestalten mit, treffen Entscheidungen und entwickeln ein unmittelbares Verhältnis zu den späteren Wohnräumen.
Gerade in dieser frühen Beteiligung liegt das besondere Potenzial des Selbstbaus: Die gemeinschaftliche Errichtung der eigenen Wohnumgebung kann schon während des Bauprozesses soziale Bindungen erzeugen. Nachbarschaft entsteht nicht erst beim Einzug, sondern im gemeinsamen Arbeiten, Aushandeln und Aneignen. Selbstbau wird so zu einem architektonischen und sozialen Werkzeug, das Wohnen, Verantwortung und Gemeinschaft miteinander verbindet.
SELBSTBAU WIRD NICHT ALS HANDWERKLICHE EIGENLEISTUNG, SONDERN ALS MODELL DER TEILHABE VERSTANDEN.
Anna Catarina Nebeling
Selbst ist der Mensch. Wie der Selbstbau im Wohnraummangel nachhaltig hilft
Master Architektur | Hochschule Mainz
Wintersemester 2025/26
Prof. Dr. Julius Niederwöhrmeier
M.Sc. Daniel Ercin




Über eine historische und theoretische Recherche nähert sich die Arbeit dem Selbstbau aus unterschiedlichen Perspektiven. Untersucht werden gebaute Vorbilder, soziale Effekte, konstruktive Bedingungen und planerische Faktoren. Historische Siedlerbewegungen, gemeinschaftliche Wohnmodelle und zeitgenössische Selbstbauprojekte werden dabei auf ihre Übertragbarkeit in heutige Wohnformen befragt.
→ Ein wichtiger Referenzpunkt ist die Walter-Segal-Siedlung, in der einfache Konstruktion, Selbstbau und gemeinschaftliche Organisation zu einem beispielhaften Wohnmodell verbunden werden. Ergänzend betrachtet die Thesis psychologische Aspekte wie den Ikea-Effekt: Die eigene Beteiligung am Herstellungsprozess kann die Identifikation mit dem Ergebnis stärken.
RECHERCHE - REFERENZEN - MATERIAL - GEWERKE - KRITERIEN - ÜBERTRAGBARKEIT
→ Besonders präzise wird die Arbeit in der Material- und Gewerkerecherche. Über eine Bewertungsmatrix wird untersucht, welche Bauteile und Arbeitsschritte sich auch ohne fachliche Vorkenntnisse sicher, verständlich und wirtschaftlich in Eigenleistung ausführen lassen. Daraus entsteht ein Kriterienkatalog, der Selbstbau nicht romantisiert, sondern als planbaren architektonischen Prozess bewertet.


Besonders überzeugend ist der Schritt vom recherchierten Wissen zur architektonischen Umsetzung. Mit der Wahl eines konkreten Grundstücks werden die zuvor entwickelten Grundlagen in ein eigenes Fallbeispiel übersetzt. Design Thinking dient dabei als methodisches Hilfsmittel, um Nutzer, Prozesse, Konstruktion und Aneignung zusammenzudenken.
Der Entwurf entwickelt ein Mehrfamilienhaus als Holz-Lehm-Hybridbau. Im Zentrum liegt ein massiver Treppenhauskern aus Stampflehm, der konstruktives Element und gemeinschaftlicher Mittelpunkt zugleich ist. Die zukünftigen Bewohner sollen diesen Kern gemeinsam errichten – das Treppenhaus wird damit bereits im Bauprozess zu einem kollektiven Raum. Auch die übrige Konstruktion folgt dem Gedanken einer verständlichen und zugänglichen Bauweise. Holzbau und Nito-Steine werden über einfache, nachvollziehbare Fügungen kombiniert und eröffnen Möglichkeiten zur Eigenleistung.
→ So wird Selbstbau nicht als Zusatz verstanden, sondern als integraler Bestandteil von Konstruktion, Prozess und gemeinschaftlicher Aneignung.
DER ENTWURF ÜBERSETZT DIE RECHERCHE IN EINE BAUWEISE, DIE MITWIRKUNG NICHT NUR ERLAUBT, SONDERN KONSTRUKTIV MITDENKT.