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2026 studio onomato

023

Selbst ist der Mensch. - Masterthesis A. Catarina Nebeling

Kategorie

Lehre

Typologie

Wohnen

Kontext

Hochschule

Ort

Mainz

Jahr

2026

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Selbstbau als Wohnraumstrategie

Ausgehend vom aktuellen Wohnraummangel untersucht die Thesis von A. Catarina Nebeling den Selbstbau als mögliche Strategie für bezahlbaren, nachhaltigen und selbstbestimmten Wohnraum. Die Arbeit zeigt, dass Selbstbau nicht nur als handwerkliche Eigenleistung verstanden werden kann, sondern als gesellschaftlich relevantes Modell der Teilhabe. Bewohner werden dabei nicht erst nach Fertigstellung zu Nutzern ihrer Wohnungen, sondern sind bereits am Entstehungsprozess aktiv beteiligt. Sie gestalten mit, treffen Entscheidungen und entwickeln ein unmittelbares Verhältnis zu den späteren Wohnräumen.


Gerade in dieser frühen Beteiligung liegt das besondere Potenzial des Selbstbaus: Die gemeinschaftliche Errichtung der eigenen Wohnumgebung kann schon während des Bauprozesses soziale Bindungen erzeugen. Nachbarschaft entsteht nicht erst beim Einzug, sondern im gemeinsamen Arbeiten, Aushandeln und Aneignen. Selbstbau wird so zu einem architektonischen und sozialen Werkzeug, das Wohnen, Verantwortung und Gemeinschaft miteinander verbindet.


SELBSTBAU WIRD NICHT ALS HANDWERKLICHE EIGENLEISTUNG, SONDERN ALS MODELL DER TEILHABE VERSTANDEN.

Autorin

Anna Catarina Nebeling

Titel

Selbst ist der Mensch. Wie der Selbstbau im Wohnraummangel nachhaltig hilft

Studiengang

Master Architektur | Hochschule Mainz

Zeitraum

Wintersemester 2025/26

Erstprüfer

Prof. Dr. Julius Niederwöhrmeier

Zweitprüfer

M.Sc. Daniel Ercin

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Recherche, Vorbilder, Kriterien

Über eine historische und theoretische Recherche nähert sich die Arbeit dem Selbstbau aus unterschiedlichen Perspektiven. Untersucht werden gebaute Vorbilder, soziale Effekte, konstruktive Bedingungen und planerische Faktoren. Historische Siedlerbewegungen, gemeinschaftliche Wohnmodelle und zeitgenössische Selbstbauprojekte werden dabei auf ihre Übertragbarkeit in heutige Wohnformen befragt.

 → Ein wichtiger Referenzpunkt ist die Walter-Segal-Siedlung, in der einfache Konstruktion, Selbstbau und gemeinschaftliche Organisation zu einem beispielhaften Wohnmodell verbunden werden. Ergänzend betrachtet die Thesis psychologische Aspekte wie den Ikea-Effekt: Die eigene Beteiligung am Herstellungsprozess kann die Identifikation mit dem Ergebnis stärken.

RECHERCHE - REFERENZEN - MATERIAL - GEWERKE - KRITERIEN - ÜBERTRAGBARKEIT

 → Besonders präzise wird die Arbeit in der Material- und Gewerkerecherche. Über eine Bewertungsmatrix wird untersucht, welche Bauteile und Arbeitsschritte sich auch ohne fachliche Vorkenntnisse sicher, verständlich und wirtschaftlich in Eigenleistung ausführen lassen. Daraus entsteht ein Kriterienkatalog, der Selbstbau nicht romantisiert, sondern als planbaren architektonischen Prozess bewertet.

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Vom Wissen zum Entwurf

Besonders überzeugend ist der Schritt vom recherchierten Wissen zur architektonischen Umsetzung. Mit der Wahl eines konkreten Grundstücks werden die zuvor entwickelten Grundlagen in ein eigenes Fallbeispiel übersetzt. Design Thinking dient dabei als methodisches Hilfsmittel, um Nutzer, Prozesse, Konstruktion und Aneignung zusammenzudenken.

Der Entwurf entwickelt ein Mehrfamilienhaus als Holz-Lehm-Hybridbau. Im Zentrum liegt ein massiver Treppenhauskern aus Stampflehm, der konstruktives Element und gemeinschaftlicher Mittelpunkt zugleich ist. Die zukünftigen Bewohner sollen diesen Kern gemeinsam errichten – das Treppenhaus wird damit bereits im Bauprozess zu einem kollektiven Raum. Auch die übrige Konstruktion folgt dem Gedanken einer verständlichen und zugänglichen Bauweise. Holzbau und Nito-Steine werden über einfache, nachvollziehbare Fügungen kombiniert und eröffnen Möglichkeiten zur Eigenleistung.

 → So wird Selbstbau nicht als Zusatz verstanden, sondern als integraler Bestandteil von Konstruktion, Prozess und gemeinschaftlicher Aneignung.

DER ENTWURF ÜBERSETZT DIE RECHERCHE IN EINE BAUWEISE, DIE MITWIRKUNG NICHT NUR ERLAUBT, SONDERN KONSTRUKTIV MITDENKT.